Kapital
1. Scheinbar ist Kapital nur eine Sache
„Kapital wird ausgeliehen z. B. Es wird aufgehäuft etc. In allen diesen Bestimmungen scheint es bloße Sache zu sein und ganz mit der Materie, in der es besteht, zusammenzufallen.“ K. Marx, Grundrisse der Kritik der politischen Ökonomie, 413.
„Kapital zu sein erscheint als natürliche Form der Arbeitsmittel ... Kapital und produziertes Produktionsmittel werden so identische Ausdrücke.“ K. Marx, Kapital III, MEW 25, 833.
„Die Ökonomie handelt nicht von Dingen, sondern von Verhältnissen zwischen Personen und in letzter Instanz zwischen Klassen; diese Verhältnisse sind aber stets an Dinge gebunden und erscheinen als Dinge.“ F. Engels, Rezension zur „Kritik der politischen Ökonomie“, MEW 13, 476.
2. Kapital enthält und schafft persönliche Machtverhältnisse
Kapital macht die Eigner zu Machthabern, die Lohnarbeiter zu Knechten. Kapitaleigner verfügen über die Arbeitsplätze und Arbeitsprodukte der Lohnarbeiter und somit über Reichtum und Entwicklungsrichtung der kapitalistischen Gesellschaft.
„Das Eigentum ist jedenfalls auch eine Art von Gewalt. Die Ökonomen nennen das Kapital z. B. ,die Gewalt über fremde Arbeit‘.“ K. Marx, Moralisierende Kritik, MEW 4, 337.
"Kapital ist Kommando über die unbezahlte Arbeit anderer." F. Engels, Wohnungsfrage, MEW 18, 240.
„In jeder historischen Epoche hat sich das Eigentum anders und unter ganz verschiedenen gesellschaftlichen Verhältnissen entwickelt. Das bürgerliche Eigentum definieren heißt somit nichts anderes, als alle gesellschaftlichen Verhältnisse der bürgerlichen Produktion darstellen.“ K. Marx, Elend der Philosophie, MEW 4, 165.
„Geld und Ware sind nicht von vornherein Kapital, so wenig wie Produktions- und Lebensmittel. Sie bedürfen der Verwandlung in Kapital. Diese Verwandlung selbst aber kann nur unter bestimmten Umständen vorgehen, die sich dahin zusammenspitzen: Zweierlei sehr verschiedene Sorten von Warenbesitzern müssen sich gegenüber und in Kontakt treten, einerseits Eigner von Geld, Produktions- und Lebensmitteln, denen es gilt, die von ihnen besessene Wertsumme zu verwerten durch Ankauf fremder Arbeitskraft; andererseits freie Arbeiter, Verkäufer der eigenen Arbeitskraft und daher Verkäufer von Arbeit. Freie Arbeiter in dem Doppelsinn, dass sie weder selbst unmittelbar zu den Produktionsmitteln gehören, wie Sklaven, Leibeigene usw., noch auch die Produktionsmittel ihnen gehören, wie beim selbstwirtschaftenden Bauern usw., sie davon vielmehr frei, los und ledig sind.
Mit dieser Polarisation des Warenmarkts sind die Grundbedingungen der kapitalistischen Produktion gegeben.
Das Kapitalverhältnis setzt die Scheidung zwischen Arbeitern und dem Eigentum an den Verwirklichungsbedingungen der Arbeit voraus. Sobald die kapitalistische Produktion einmal auf eigenen Füßen steht, erhält sie nicht nur jene Scheidung, sondern reproduziert sie auf stets wachsender Stufenleiter.“ K. Marx, Kapital I, MEW 23, 742.
„Jedes individuelle Kapital ist eine größere oder kleinere Konzentration von Produktionsmitteln mit entsprechendem Kommando über eine größere oder kleinere Arbeiterarmee.“ K. Marx, Kapital I, MEW 23, 653.
Das Kapital „ist offenbar ... ein Produktionsverhältnis“. K. Marx, Grundrisse der Kritik der politischen Ökonomie, 413.
„Die industriellen Kapitalisten ... (sind) neue Potentaten ...“ K. Marx, Kapital I, MEW 23, 743.
„Die Macht asiatischer und ägyptischer Könige .... ist in der modernen Gesellschaft auf den Kapitalisten übergegangen, ob er nun als vereinzelter Kapitalist auftritt, oder, wie bei Aktiengesellschaften, als kombinierter Kapitalist.“ K. Marx, Kapital I, MEW 23, 353.
Siehe auch die Artikel:
Fixes und zirkulierendes Kapital